1. Wozu braucht es Sammlungen?
In naturwissenschaftlichen Sammlungen steckt ein ungeheurer Fundus vielfältiger Informationen: Millionen archivierter Tier- und Pflanzenarten ermöglichen unter anderem Grundlagenforschung zu Entstehung, Verbreitung und Vielfalt der Arten oder dokumentieren die Auswirkungen von Umweltverschmutzung und Klimawandel auf eine Vielzahl von Organismen. Sammlungen bilden zudem die unersetzliche Referenz zur Bestimmung bereits beschriebener Organismen und ermöglichen die Erkennung neuer Arten. Und sie sind ein Fenster in die Zukunft: Sammlungen geben vielleicht Antworten auf Fragen, die heute noch niemand kennt.
1.1 Die Vielfalt des Lebens kennen und schützen
Stars unter den Tieren wie Tiger oder Pandabär kennen die meisten Menschen. Doch die allseits bekannten Lieblingstiere machen nur einen winzigen Bruchteil der weltweit bedrohten Artenvielfalt aus. Der grösste Teil der Organismen ist viel unscheinbarer – Lebewesen wie Insekten, Spinnen oder Schnecken bilden eine riesige, noch weitgehend unbekannte Artenvielfalt, die nur Spezialisten erfassen, untersuchen und dokumentieren können. Erst die genaue Kenntnis der Arten schafft die nötigen Argumente, um beispielsweise die letzten artenreichen Lebensräume wie Regenwälder vor der Vernichtung zu bewahren.
1.2 Dokumentation des Verlusts:
Kaum entdeckt, sind diese Fische bedroht oder bereits ausgerottet, darunter auch der kleinste Fisch der Welt. Die grösstenteils noch unerforschten, nur lokal vorkommenden Tiere verschwinden rasant zusammen mit den Torfsumpfwäldern Südostasiens, die unerbittlich Palmölplantagen weichen müssen.

1.3 Schwarze Witwenkröte
Diese «Schwarze Witwenkröte» ist ein sogenannter Typus. Solche besonders wertvollen Exemplare sind sozusagen die «Urmeter», die unersetzlichen Vergleichsexemplare für wissenschaftlich beschriebene Arten, und der Name einer Art ist fest an diese Individuen gebunden. Ihre Aufbewahrung ist wichtige Aufgabe von Sammlungen.

1.4 Ugly brown frog
Ein augenfälliges Beispiel für unterschiedliche Tierarten, die sich äusserlich extrem gleichen sind die «Ugly brown frogs», die früher als eine einzige Art galten. Doch im Jahr 2019 haben Forscher bereits 25 Arten identifiziert, die womöglich alle ganz eigene, noch unbekannte Ansprüche an Nahrung und Lebensraum stellen.
